Der ETH-Bereich als zentraler Akteur des Schweizer Erfolgsmodells

Mit seinen zwei Technischen Hochschulen und vier Forschungsanstalten trägt der ETH-Bereich zum Wohlstand der Schweiz bei und hebt das Land in die Riege der grossen Wissenschaftsnationen. Die unzureichenden Finanzmittel, die der Bund für den Zeitraum 2025-2028 bewilligt hat, beeinträchtigen dieses Erfolgsmodell.

Der Wohlstand und der Erfolg der Schweiz bauen auf unserem hervorragenden Bildungssystem und unserem starken Forschungs- und Innovationsplatz auf. Der ETH-Bereich ist dabei ein zentraler Pfeiler.

Mit den in der BFI-Botschaft vorgesehenen  Finanzmitteln kann er indessen seine Rolle als Innovationsmotor der Schweiz und Ausbildner dringend benötigter Fachkräfte nur noch eingeschränkt erfüllen. Dies schadet nicht nur dem ETH-Bereich, sondern dem gesamten Wirtschafts- und Innovationsstandort.

BFI-Botschaft

Der Bundesrat legt den eidgenössischen Räten alle vier Jahre – abgestimmt auf seine Legislaturplanung – eine Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) vor. Zum ersten Mal wird diese Botschaft von Juni bis September 2023 bei den verschiedenen Akteuren des BFI-Ökosystems zur Konsultation gestellt.

Mehr Informationen auf der Website des SBFI

Der ETH-Bereich ist der Innovationsmotor unseres Landes

Mit der engen Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und Behörden sowie der Gründung von erfolgreichen Start-ups trägt der ETH-Bereich stark zur wirtschaftlichen Entwicklung der Schweiz bei (54 Spin-offs im Jahr 2022). Die Privatwirtschaft investierte im Jahre 2022 rund 1,7 Mia. CHF in Spin-offs aus dem ETH-Bereich. Für jeden in den ETH-Bereich investierten Franken erhält die Schweiz fünf Franken Wertschöpfung zurück.

Video zur Wertschöpfungsstudie des ETH-Bereichs auf Basis der BiGGAR-Studie aus dem Jahr 2017.

Jährlich schliessen zudem rund 6’000 Personen (Master und PhD) ihre Ausbildung im ETH-Bereich ab und lindern so, insbesondere in Informatik und Ingenieurwesen, den akuten Fachkräftemangel in der Schweiz. Um das grosse Studierendenwachstum zu bewältigen und weiterhin eine qualitativ hochstehende Ausbildung anzubieten, braucht es zusätzliche Investitionen in Lehre und Infrastruktur.

Technologietransfer

Die Forschungsergebnisse von Forschern der Institutionen des ETH-Bereichs bleiben nicht in den Labors. Jedes Jahr werden rund 60 Start-ups und zahlreiche Entdeckungen in die Gesellschaft transferiert.

Mehr Informationen auf Sciena.ch

Der ETH-Bereich ist für die ganze Schweiz da

Mit Standorten in der Hälfte aller Kantone schafft der ETH-Bereich Arbeitsplätze vor Ort und trägt zur regionalen Wertschöpfung bei. Er erfüllt im Interesse der gesamten Schweiz zahlreiche Aufgaben wie beispielsweise die Lawinenwarnung, den Schweizerischen Erdbebendienst oder das Center for Security Studies. Zudem betreibt er modernste Forschungsanlagen und stellt sie Forschenden in der Schweiz und im Ausland sowie der Industrie zur Verfügung.

Der ETH-Bereich ist in 13 Kantonen und in allen Sprachregionen des Landes vertreten.

Budgetkürzungen gefährden die Schweizer Innovationslokomotive

2,5 % jährliches reales Wachstum notwendig

Für den ETH-Rat ist klar: ein reales Wachstum von jährlich 2,5 % ist notwendig, damit der ETH-Bereich seine zahlreichen Aufgaben zugunsten der Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft erfüllen kann und unser Land bei der Lösung anstehender Herausforderungen wie der Energiewende, der Digitalisierung oder auch der Cybersicherheit umfassend unterstützen kann. Gemäss dem Entwurf der BFI-Botschaft ist für den ETH-Bereich indessen nur ein nominales Wachstum von jährlich 1,6 % vorgesehen. Dies ist sogar tiefer als der Durchschnitt (2,0 %).

In Zahlen: + 115% 

Es handelt sich um das 10-jährige Wachstum der Studierendenzahlen im Fach Informatik im ETH-Bereich.

Der Zuwachs an Studentinnen und Studenten über 10 Jahre beträgt 30%.

Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und die hohe Nachfrage nach ETH-Absolventinnen und -Absolventen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt zeigen, dass diese Zunahme gerechtfertigt ist. Der ETH-Bereich kann dieses Wachstum jedoch nur mit angemessenen finanziellen Mitteln bewältigen.

Den ETH-Bereich stärken – und nicht zusätzlich schwächen

Der Bundesrat hat im Februar Bereinigungsmassnahmen für das Budget 2024 und die Jahre 2025–2028 beschlossen. Der ETH-Bereich ist gleich mehrfach davon betroffen: erstens vom Verzicht auf die Budgetierung des Pflichtbeitrags für Horizon Europe, zweitens von Kürzungen über 2% und drittens vom Verzicht auf den Teuerungsausgleich. Dass in der BFI-Botschaft zurzeit nur ein Wachstum von nominal 1,6% vorgesehen ist, wird ihn zusätzlich schwächen. Um die Exzellenz seiner Forschung, Lehre und Innovationsfähigkeit zu sichern, benötigt der ETH-Bereich ein jährliches Realwachstum von 2,5%.

Die Reserven des ETH-Bereichs, deren Abbau der Bundesrat verlangt, werden laufend reduziert. Reserven geben dem ETH-Bereich die notwendige finanzielle Flexibilität, erhöhen die Planungssicherheit und ermöglichen es, in neue wissenschaftliche Bereiche zu investieren. Zusätzlich helfen sie, Defizite wegen steigenden Personalkosten sowie höherer Material- und Energiepreise zu decken. Die Reserven werden auf jeden Fall die Kürzungen und das tiefe Wachstum (ohne Teuerungsausgleich für die Jahre 2024–2028) bei steigenden Studierendenzahlen nicht kompensieren können.