Der ETH-Rat unterstützt die wissenschaftliche Zusammenarbeit in Europa ohne Grenzen

Die von britischen und schweizerischen akademischen Kreisen ins Leben gerufene Initiative will die europäische Wissenschaftsgemeinschaft mobilisieren, um die beiden Länder wieder am Forschungsprogramm Horizon Europe zu beteiligen.

Die Kampagne «Stick to Science», die vom ETH-Rat zusammen mit führenden britischen und schweizerischen Akteuren aus der Welt der Wissenschaft initiiert wurde (siehe unten die initiierenden Organisationen), fordert die führenden Politikerinnen und Politiker Europas auf, der wissenschaftlichen Zusammenarbeit Vorrang vor der Politik einzuräumen und das Vereinigte Königreich sowie die Schweiz an «Horizon Europe» zu assoziieren. «Horizon Europe» ist das Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union mit einem Budget von 95,5 Milliarden Euro (oder 99,1 Milliarden Schweizer Franken). «Sowohl die Schweiz als auch das Vereinigte Königreich haben eine lange Tradition der Zusammenarbeit mit allen Ländern des Europäischen Forschungsraums, und das seit vielen Jahren», erklärt Michael Hengartner, Präsident des ETH-Rats. «Wir dürfen diese fruchtbare Beziehung nicht gefährden.»

Aufruf zu offener Zusammenarbeit

Die Kampagne «Stick to Science» fordert eine offene Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Innovation in Europa. Die Teilnahme der Schweiz und des Vereinigten Königreichs am Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union wird durch die Politik blockiert: Während die endgültige Assoziierung von UK an «Horizon Europe» an Brexit-nachgelagerten Handelsabkommen scheitert, bleibt der Schweiz aufgrund ausstehender Regierungsgespräche die Teilnahme an Teilen des Programms verwehrt. In beiden Fällen stellt die Europäische Union politische Differenzen über die wissenschaftliche Zusammenarbeit.

Europa verpasst wissenschaftliche Chancen

Die aktuelle Situation verhindert, dass die besten Köpfe aus Europas Wissenschafts- und Forschungsbetrieb optimal zusammenarbeiten und auf die Kompetenzen und Ressourcen aller europäischen Institutionen zugreifen können. Dadurch wird die gemeinsame Lösung globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Pandemien oder Ernährungssicherheit erschwert. «Von der wissenschaftlichen Zusammenarbeit profitieren unbestreitbar alle Partner, auch die Europäische Union, und die EU wird stärker sein, wenn die Länder innerhalb und ausserhalb der EU intensiv zusammenarbeiten. Die Schweiz und das Vereinigte Königreich von Horizon Europe auszuschliessen, ist eine politische Entscheidung, die sowohl für unsere beiden Länder als auch für die EU Kollateralschäden verursacht», betont Michael Hengartner.

Finanzielle Mittel

Bei ihrer Assoziierung würden das Vereinigte Königreich und die Schweiz weitere geschätzte 18 Mrd. EUR (18,7 Mrd. CHF) zu Horizon Europe beisteuern. Dadurch stünde ein um 18 Prozent höheres Budget zur Finanzierung europäischer Spitzenforschung bereit.

Die gesamte europäische Wissenschaftsgemeinschaft und alle, die sich von der aktuellen Situation angesprochen fühlen, sind eingeladen, die Initiative auf der eigens dafür eingerichteten Website www.stick-to-science.eu zu unterzeichnen.

 


 

Über die Unterstützerorganisationen

ETH-Rat
Der Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschulen ist das vom Schweizer Bundesrat gewählte strategische Führungs- und Aufsichtsorgan des ETH-Bereichs. Er legt dessen strategische Ausrichtung fest und teilt den sechs Institutionen die vom Bund bereitgestellten Mittel zu.
ethra.ch

Universities UK
Universities UK ist die Vereinigung von 140 Universitäten in England, Schottland, Wales und Nordirland. Sie schafft und stärkt die Rahmenbedingungen für die weltweite Spitzenstellung der britischen Universitäten und für ihren optimale Wirkung auf lokaler, nationaler und globaler Ebene. Universities UK agiert im Namen der Hochschulen, die jeweils von ihren Leiterinnen und Leitern vertreten werden.
www.universitiesuk.ac.uk

ETH Zürich
Freiheit und Eigenverantwortung, Unternehmergeist und Weltoffenheit: Die Werte der Schweiz sind das Fundament der ETH Zürich. 1855 schufen die Gründer der modernen Schweiz mit unserer Hochschule einen Hort von Innovation und Wissen. Studierende finden an der ETH Zürich ein Umfeld, das eigenständiges Denken fördert, Forschende ein Klima, das zu Spitzenleistungen inspiriert. Im Herzen Europas und weltweit vernetzt entwickelt die ETH Zürich Lösungen für die globalen Herausforderungen von heute und morgen.
ethz.ch

EPFL
Als eine der beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen ist die EPFL mit Sitz in Lausanne Europas weltoffenste technische Hochschule, an der Menschen aus über 120 Ländern lernen, unterrichten und arbeiten. Das dynamische Umfeld der EPFL steht der Schweiz und der ganzen Welt offen. Lehre, Forschung und Technologietransfer bilden ihre drei Hauptmissionen.
epfl.ch

Wellcome
Wellcome fördert wissenschaftliche Antworten zu drängenden Gesundheitsfragen, die alle Menschen betreffen, und unterstützt explorative Forschung in den Bereichen Leben, Gesundheit und Wohlbefinden. Psychische Gesundheit, globale Erwärmung und Infektionskrankheiten sind als weltweite Risiken unsere drei Fokusthemen.
wellcome.org

The Royal Society
The Royal Society ist eine selbstverwaltete Gemeinschaft von vielen der weltweit angesehensten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Bereichen der Wissenschaft, Technik und Medizin. Der Hauptzweck der Gesellschaft besteht seit ihrer Gründung im Jahr 1660 darin, herausragende wissenschaftliche Leistungen anzuerkennen, zu fördern und zu unterstützen sowie die Entwicklung und Nutzung der Wissenschaft zum Wohle der Menschheit zu fördern.
royalsociety.org

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Kontakt

Maryline Maillard

Head of EU and International Affairs

+41 58 856 87 38

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ETH-Rat

Hirschengraben 3

3011 Bern

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