Zwei Varianten zur künftigen Organisation des ETH-Bereichs
Die Institutionen des ETH-Bereichs sollen sich zu zwei Varianten zur künftigen Organisation des ETH-Bereichs äussern können. Dies hat der ETH-Rat an seiner Sitzung vom 4./5. März 2026 entschieden. Die entsprechende Konsultation im ETH-Bereich wurde am 9. März eröffnet.
Der ETH-Rat strebt eine engere Zusammenarbeit und eine verstärkte Koordination im ETH-Bereich an. Ziel ist es, Synergien gezielt zu nutzen und administrative Hindernisse zu vermeiden. Der ETH-Bereich soll inskünftig aus drei starken Pfeilern bestehen: der ETH Zürich, der EPFL und den vier Forschungsanstalten unter einem gemeinsamen Dach.
Der ETH-Rat und die Institutionen des ETH-Bereichs haben Anfang 2024 Ziele für eine zukunftsfähige Organisation und Struktur des ETH-Bereichs definiert. Darauf basierend haben sie zwei Varianten zur Umsetzung dieser Ziele entwickelt. Diese unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich des Grads der Integration der vier Forschungsanstalten. Der ETH-Rat hat die zwei Varianten an seiner Sitzung vom 4./5. März 2026 diskutiert und entschieden, beide in die Konsultation im ETH-Bereich zu schicken.
Die beiden Varianten im Überblick
Im Vorschlag mit dem Arbeitstitel «Swiss National Labs» (SNLs) behalten die Forschungsanstalten ihre Rechtspersönlichkeit. Dies im Gegensatz zur Variante mit dem Arbeitstitel «Swiss National Lab» (SNL), in der sie zu einer Rechtspersönlichkeit zusammengeführt werden. In beiden Varianten behalten die Forschungsanstalten ihre Namen, ihre Logos und ihre Standorte. Zusätzlich erhalten sie einen neuen gemeinsamen Auftritt unter einem gemeinsamen Namen.
Variante Swiss National Labs (SNLs)
Die vier Forschungsanstalten
- behalten ihre derzeitige Forschungsorganisation und Rechtspersönlichkeit (vier juristische Einheiten);
- behalten ihre Brands und erhalten einen gemeinsamen Namen im Sinn einer Dachmarke (Arbeitstitel: Swiss National Labs, SNLs);
- bilden ein Direktorium, in dem ihre Direktor/-innen Einsitz nehmen und in dem sie über strategische Entwicklungen und gemeinsame Aktivitäten und Services entscheiden;
- führen Supporteinheiten schrittweise zusammen, wo Standardisierung Effizienz- und Qualitätsgewinne verspricht;
- etablieren gemeinsam eine verbindliche strategische Planung und die Umsetzung gemeinsamer themenorientierter Programme.
Variante Swiss National Lab (SNL)
Die vier Forschungsanstalten
- erhalten ein gemeinsames Dach (eine Rechtspersönlichkeit), wobei sie ihre derzeitige Forschungsorganisation beibehalten;
- behalten ihre derzeitigen Brands (Namen und Logos); das gemeinsame Dach erhält einen Namen im Sinn einer Dachmarke (Arbeitstitel: Swiss National Lab, SNL);
- werden von einem/-r Präsidenten/-in geleitet. Die Direktor/-innen der vier Forschungsanstalten sind Mitglieder der SNL-Geschäftsleitung. Zudem sind auch die Supporteinheiten darin vertreten;
- werden durch eine fünfte Einheit ergänzt, die sich der Digitalisierung widmet (Big Data, KI, Cybersicherheit usw.);
- führen ihre Supporteinheiten zusammen;
- führen eine gemeinsame, verbindliche strategische Planung und die Umsetzung gemeinsamer themenorientierter Programme ein.
Weiteres Vorgehen
Der ETH-Rat hat am 9. März 2026 die Konsultation im ETH-Bereich zu den beiden Varianten eröffnet. Diese dauert bis Anfang Juni. Zudem wird er sich mit verschiedenen Stakeholdern austauschen wie beispielsweise Kantonen, Verbänden und der Bundesverwaltung. In Kenntnis der Rückmeldungen wird er voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte entscheiden und das weitere Verfahren beschliessen.