Bild: Aurel Märki
PSI
Präzise Strahlkraft gegen Lymphdrüsenkrebs
Radiopharmazeutika können Tumorzellen gezielt vor Ort bekämpfen.
Jedes Jahr erkranken in der Schweiz knapp 2000 Menschen an Lymphdrüsenkrebs, etwa 570 davon sterben an der Krankheit. Forschende am Zentrum für radiopharmazeutische Wissenschaften des PSI haben nun eine innovative Radioimmuntherapie entwickelt, die das Nuklid Terbium-161 nutzt. Gekoppelt an einen passenden Antikörper, bringt es die Strahlung direkt zu den Krebszellen und schont dabei das gesunde Gewebe. Ein entscheidender Vorteil gegenüber dem bisher eingesetzten Lutetium-177: Terbium-161 emittiert nicht nur Beta-Strahlung, die sich im Gewebe über mehrere Millimeter ausbreitet, sondern auch Elektronen mit einer Reichweite von weniger als einem Mikrometer – ideal, um einzelne Krebszellen oder kleine Zellnester gezielt zu zerstören. In Labortests zeigte sich Terbium-161 je nach Zelltyp 2- bis 43-mal wirksamer als Lutetium-177. Derzeit bereiten die Forschenden klinische Studien vor mit dem Ziel, eine neue, präzise Waffe gegen schwer behandelbare Lymphome zu schaffen.