ETH-Rat besorgt über geplante Budgetkürzungen

Der ETH-Rat liess sich an seiner Sitzung vom 8./9. März 2023 über die geplanten Sparmassnahmen des Bundesrats in Kenntnis setzen und entschied unter diesen Voraus-setzungen die Mittelzuteilung für das Jahr 2024 an die Institutionen. Die geplanten Kürzungen der BFI-Mittel gefährden die Ausbildung für hochqualifizierte Fachkräfte in der Schweiz. Der ETH-Rat wählte zudem ein neues Mitglied in die Schulleitung der ETH Zürich und drei neue Mitglieder in die Direktion der Eawag. Er verabschiedete auch die konsolidierte Berichterstattung über den ETH-Bereich an den Bund.

ETH-Bereich als Treiber der Innovation
Die Schweiz ist ein Land, das dank gut ausgebildeten Fachkräften zu einem weltweit führenden Innovationsstandort zählt. Der ETH-Bereich erfüllt eine wichtige Aufgabe in der Weiterentwicklung des Landes zu einem starken Innovations- und Technologiestandort. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die zahlreichen Spin-offs und vor allem auch die Ausbildung von hochqualifizierten Fachkräften, die ihr Wissen in die Wirtschaft und Gesellschaft einbringen. Für jeden in den ETH-Bereich investierten Franken erhält die Schweiz fünf Franken zurück, wie Studien belegen.

Der ETH-Rat zeigt Verständnis, dass der Bund auf Grund des strukturellen Defizits sparen muss. Er ist aber besorgt, dass der ETH-Bereich mit angekündigten Kürzungen von rund 70 Millionen Franken besonders stark betroffen ist. Nötig wäre im Gegenteil eine Aufstockung der Mittel für Forschung und Lehre. Mit den geplanten Kürzungen von 2% der Bundesmittel könnten Professuren in einigen Bereichen nicht mehr besetzt werden. Bei wachsenden Studierendenzahlen bedeutet dies ein schlechteres Betreuungsverhältnis, ein drohender Abfall in den Rankings sowie eine Schwächung der Forschung und somit der Innovationskraft für die Schweiz durch die stärkere Lehrverpflichtung der Professuren.

Zulassungsbeschränkungen sollen vermieden werden
Der ETH-Rat sieht es als oberstes Ziel, allen an einem MINT-Studium Interessierten eine exzellente Ausbildung anzubieten, um den Forderungen der Wirtschaft nach hochqualifizierten Fachkräften nachzukommen. Dafür sind finanzielle Investitionen seitens der Politik das wichtigste Mittel. Bereits wurden zahlreiche Massnahmen zur Wahrung der Qualität der Lehre umgesetzt. So ist die Anzahl der Sitzplätze in den Hörsälen erhöht worden, Kurse werden hybrid angeboten und die administrativen Prozesse effizienter gestaltet. Dennoch sind in verschiedenen Studiengängen die Kapazitätsgrenzen erreicht und Investitionen in den Lehrkörper und in Gebäudeinfrastrukturen notwendig. Der ETH-Rat setzt sich dafür ein, dass die Ausbildung weiterhin auf höchstem Niveau durchgeführt werden kann, dabei gilt es Zulassungsbeschränkungen für die Studierenden möglichst zu vermeiden. Bereits jetzt herrscht ein Fachkräftemangel. Die definitiven Entscheide des Parlaments werden Klarheit über die vorhandenen finanziellen Mittel bringen.

Ernennung eines neuen Mitglieds der Schulleitung der ETH Zürich
Der ETH-Rat ernennt Stefan Spiegel zum neuen Mitglied der Schulleitung der ETH Zürich. Er übernimmt ab 1. April 2023 das Vizepräsidium Finanzen und Controlling und tritt die Nachfolge von Robert Perich an. Stefan Spiegel studierte theoretische Physik an der Universität Zürich und erwarb ein Executive MBA im Dual Degree-Programm der Wirtschaftsuniversität Wien und der Carlson School of Management der Universität von Minnesota. Er besitzt langjährige Führungserfahrung als Finanzchef sowie als Leiter Controlling und Projektleiter für Organisationsentwicklungen im Finanzbereich nationaler und internationaler Unternehmen. Zuletzt war Spiegel CFO und Mitglied der Geschäftsleitung der SBB Cargo AG. Der ETH-Rat bedankt sich bei Robert Perich für seinen 20-jährigen Einsatz für die ETH Zürich. Er hatte die Funktion als Vizepräsident Finanzen und Controlling seit 2008 inne und war bereits davor als Direktor Finanzen und Controlling an der ETH Zürich tätig.

Ernennung von drei neuen Mitgliedern in die Direktion der Eawag
Mit der Übernahme der Leitung der Eawag durch Prof. Martin Ackermann und auf seinen Antrag wird ein Teil des Direktoriums erneuert. Als neuen stellvertretenden Direktor ernennt der ETH-Rat Dr. Christian Stamm, der mit seiner interdisziplinären Forschung im Fokus Landwirtschaft und Wasserqualität tätig ist, sowie sich an der Schnittstelle zur Praxis, Gesellschaft und Politik engagiert. Christian Stamm ist stellvertretender Leiter der Eawag-Abteilung Umweltchemie bereits seit 2002 am Wasserforschungsinstitut tätig. Als weitere Direktionsmitglieder ernennt der ETH-Rat Prof. Florian Altermatt und Prof. Lenny Winkel. Florian Altermatt ist Biodiversitätswissenschaftler mit Fokus Aquatische Ökologie. Lenny Winkel ist ausserordentliche Professorin für anorganische Umweltgeochemie an der ETH Zürich und an der Eawag. Beide sind seit 2011 in verschiedenen Funktionen an der Eawag tätig. Die Direktion verlassen haben Prof. Christian Zurbrügg und Prof. Jukka Jokela auf Ende Februar, bleiben aber weiterhin für die Eawag tätig. Der aktuelle stellvertretende Direktor Rik Eggen tritt als stellvertretender Direktor zurück. Er bleibt noch bis zu seiner Pensionierung Ende 2023 in der Direktion.

Mittelzuteilung für 2024
Dem ETH-Bereich stehen für das Jahr 2024 Bundesmittel von voraussichtlich 2’736 Millionen Franken zur Verfügung. Im Februar wurden vom Bundesrat Sparmassnahmen beschlossen, welche für den ETH-Bereich Kürzungen von 2% des Budgets vorsehen. Den definitiven Beschluss zum Budget 2024 wird das Parlament in der Wintersession 2023 fassen. Der grösste Teil der Bundesmittel für das Jahr 2024, nämlich 2’574 Millionen Franken, kommen den beiden Hochschulen ETH Zürich und EPFL sowie den vier Forschungsanstalten PSI, WSL, Empa und Eawag für den Betrieb, sowie für die Umsetzung der Entwicklungspläne zugute. Weitere zentral geplante Mittel im Umfang von 162 Mio. CHF sind für Forschungsinfrastrukturen und strategische Fokusbereiche sowie gemeinsame Initiativen der Institutionen des ETH-Bereichs in diesen strategisch wichtigen Feldern vorgesehen.

Konsolidierte Berichterstattung 2022 über den ETH-Bereich
Der ETH-Rat hat die von der Eidg. Finanzkontrolle (EFK) geprüfte und testierte konsolidierte Berichterstattung 2022 über den ETH-Bereich verabschiedet. Der Geschäftsbericht und der Finanzbericht des ETH-Rats werden dem Bundesrat zur Genehmigung unterbreitet und im Anschluss publiziert. In der konsolidierten Berichterstattung legt der ETH-Rat zusammen mit dem Geschäftsbericht Rechenschaft ab über die Erreichung der Strategischen Ziele 2021-2024 des Bundesrats für den ETH-Bereich. Der Finanzbericht informiert umfassend und transparent über das Finanzjahr 2022.

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