Forschungsanstalten | PSI, WSL, Empa & Eawag

Die vier Forschungsanstalten des ETH-Bereichs betreiben in ihrem jeweiligen Aufgabenbereich Grundlagen- und angewandte Forschung, erbringen wissenschaftliche und technische Dienstleistungen und arbeiten somit an nachhaltigen Lösungen für zentrale Fragen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft. Nach ihren Möglichkeiten stehen sie Hochschulen für Lehre und Forschung zur Verfügung.

Aus- und Weiterbildung

Die vier Forschungsanstalten bilden Studierende und Fachkräfte auf wissenschaftlichem und technischem Gebiet aus, bieten eigene Lehrveranstaltungen an und beteiligen sich an der Lehre anderer wissenschaftlicher Institutionen, insbesondere an der Ausbildung der Doktoranden und Doktorandinnen. Zudem bieten die Forschungsanstalten Weiterbildungen insbesondere auch für Fachkräfte, welche sich in ihrem Berufsalltag bei Privaten oder bei der Öffentlichen Hand mit den entsprechenden Fachfragen beschäftigen.

Wissens- und Technologietransfer

Sie arbeiten dabei eng mit den Eidgenössischen Technischen Hochschulen und anderen schweizerischen oder ausländischen Ausbildungs- und Forschungsinstitutionen zusammen. Zudem findet durch gemeinsame Projekte mit Partnern aus der Industrie oder von Bund, Kantonen und Gemeinden ein steter Wissens- und Technologietransfer statt.

Das Paul Scherrer Institut (PSI) ist das grösste Forschungszentrum für Natur- und Ingenieurwissenschaften in der Schweiz. Es betreibt Spitzenforschung zu den Themen Materie und Material, Energie und Umwelt sowie Mensch und Gesundheit. Durch Grundlagen- und angewandte Forschung arbeitet es seit 1988 an nachhaltigen Lösungen für zentrale Fragen aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft.

Mit der Spallationsneutronenquelle SINQ, der Synchrotron Lichtquelle Schweiz SLS, der Myonenquelle SμS und dem Schweizer Freie-Elektronen-Röntgenlaser SwissFEL betreibt es Grossforschungsanlagen, die in der Schweiz – und teilweise weltweit – einzigartig sind. Jährlich kommen über 2500 Forschende aus der Schweiz und der ganzen Welt ans PSI, um dort Experimente durchzuführen. Das PSI betreibt neben seiner Forschung die einzige Anlage der Schweiz zur Behandlung von spezifischen Krebserkrankungen mit Protonen.

Von den rund 2100 Mitarbeitenden des PSI sind mehr als 780 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Die Ausbildung von jungen Menschen ist ein zentrales Anliegen des PSI: Rund ein Viertel der Mitarbeitenden sind Postdoktorierende, Doktorierende oder Lernende. Schülerinnen und Schüler lernen die Faszination der Naturwissenschaften im Schülerlabor iLab kennen, Berufsleute werden im PSI-Bildungszentrum aus-und weitergebildet. Das Besucherzentrum psi forum heisst jedes Jahr über 10 000 Besuchende willkommen, um sie über die Forschung am PSI zu informieren.

  
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Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL untersucht Veränderungen der terrestrischen Umwelt sowie die Nutzung und den Schutz von natürlichen Lebensräumen und Kulturlandschaften. Sie überwacht Zustand und Entwicklung von Wald, Landschaft, Biodiversität und Naturgefahren sowie von Schnee und Eis und entwickelt nachhaltige Lösungen für gesellschaftlich relevante Probleme – zusammen mit ihren Partnern aus Wissenschaft und Gesellschaft.

Von den gut 560 Mitarbeitenden in Birmensdorf, Davos, Lausanne, Cadenazzo und Sitten sind fast 60 Prozent wissenschaftliche Mitarbeitende, darunter fast 70 Doktorierende und 50 Postdoktorierende. Etwa 170 technische und 60 administrative Mitarbeitende, 14 Lernende sowie Praktikantinnen und Praktikanten ergänzen die Belegschaft. Rund ein Viertel aller Mitarbeitenden ist am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos tätig.

Die disziplinäre Forschung ist das Fundament der WSL. Um drängende Fragen der Gesellschaft beantworten zu können, ergänzen zeitlich begrenzte Forschungsprogramme, die quer durch die Disziplinen gehen, das Portfolio der WSL. Während ein solches Programm über die Folgen der Energiewende für die Umwelt kürzlich abgeschlossen wurde, befindet sich eines über Extreme – sie werden in naher Zukunft das «neue Normal» sein – sowie eines zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Naturgefahren im Alpenraum im Aufbau.

  
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Die Empa ist das interdisziplinäre Forschungsinstitut des ETH-Bereichs für Materialwissenschaften und Technologie. Die Forschenden der Empa erarbeiten Lösungen für Industrie und Gesellschaft in den Bereichen nanoskalige Materialien, Energie- und nachhaltige Gebäudetechnologien, neuartige Produktionstechnologien sowie Bio- und Medizinaltechnologien.

Gemeinsam mit Industriepartnern und via Spin-offs setzt die Empa ihre Forschungsergebnisse in marktfähige Innovationen um und trägt so dazu bei, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft zu stärken. Zudem schafft sie die wissenschaftlichen Grundlagen für eine nachhaltige Gesellschaftsentwicklung.

Die Empa erarbeitet für Behörden und andere öffentliche Stellen Datengrundlagen für politische Entscheide und führt Studien für Bundesämter durch.

An der Empa arbeiten derzeit gut 1000 Mitarbeitende, inkl. 38 Professorinnen und Professoren sowie über 220 Doktorierende und über 40 Lernende. Hinzu kommen über 140 Bachelor- und Masterstudierende sowie Praktikantinnen und Praktikanten. Daneben laufen stets zahlreiche Projekte mit Forschenden aus der Industrie sowie rund 300 vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF), der Innosuisse und den EU-Rahmenprogrammen finanzierte Projekte.

  
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Die Eawag ist eines der weltweit führenden Wasserforschungsinstitute. Ihr Erfolg basiert auf der seit über 80 Jahren gepflegten Verbindung von Forschung, Lehre, Weiterbildung und Beratung. Die Kombination von Natur-, Ingenieur- und Sozialwissenschaften erlaubt eine umfassende Erforschung des Wassers von relativ naturbelassenen Gewässern bis hin zu voll technisierten Abwassermanagementsystemen.

Im Fokus der Forschungstätigkeit steht die Frage, wie die Wasser- und Gewässernutzung durch den Menschen mit dem Erhalt von widerstandsfähigen aquatischen Ökosystemen in Balance gebracht werden kann. 34 Professorinnen und Professoren, fast 200 wissenschaftliche Mitarbeitende und über 150 Doktorierende treffen an der Eawag auf ein einzigartiges Forschungsumfeld, um Fragen nachzugehen, die neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Lösungen für grundlegende gesellschaftliche Herausforderungen liefern.

Die Interdisziplinarität und der Wissenstransfer zu Behörden und Interessengruppen aus Wirtschaft und Gesellschaft spielen dabei eine wichtige Rolle. Mehr als 5200 Lehrstunden an Schweizer Hochschulen und die Betreuung von über 160 Bachelor- und Masterarbeiten pro Jahr tragen zur Ausbildung junger Fachkräfte für den Schweizer Wassersektor bei.

Die Lehre an der Eawag geht über den ETH-Bereich hinaus und basiert auf eigener Forschung. Dabei deckt sie thematische Spezialgebiete ab und berücksichtigt verschiedene Nutzungen des Wassers und deren Auswirkungen auf die Ökosysteme. Zusätzlich zur akademischen Lehre engagiert sich die Eawag für die Weiterbildung von Praktikerinnen und Praktikern sowie in der Berufsbildung.

  
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