Alle vier Jahre wird der ETH-Bereich in der Mitte der Budgetperiode im Auftrag des Bundesrates des zuständigen Departements durch eine internationale Expertenkommission eingehend evaluiert.

Mit grossem Interesse erwartete der ETH-Rat die Ergebnisse der Zwischenevaluation 2019, um zu erfahren, wie die Expertinnen und Experten die Positionierung und die Rolle des ETH-Bereichs innerhalb des Schweizerischen Hochschul- und Forschungssystems einstufen und welche Empfehlungen zur Weiterentwicklung sie erteilen, um seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und gleichzeitig die Bedürfnisse der Schweiz abzudecken. Der ETH-Rat weiss die zukunftsweisenden Empfehlungen sehr zu schätzen, da diese eine Grundlage für die zukünftige Entwicklung des ETH-Bereichs im Interesse von Wirtschaft und Gesellschaft darstellen.

Basierend auf den strategischen Überlegungen des ETH-Rats zu den Empfehlungen der Expertenkommis-sion misst dieser den folgenden Massnahmen höchste Priorität bei:

  • Der weltweit zunehmende Wettbewerb sowie grosse wissenschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen erfordern eine eingehende Überprüfung der Organisationsstruktur des ETH-Bereichs. Die Agilität und Flexibilität des ETH-Bereichs in der Festlegung thematischer Ziele in Bezug auf die Erarbeitung von Antworten auf dringende gesellschaftliche, humanitäre und wirtschaftliche Bedürfnisse sowie seine Fähigkeit zur Förderung multidisziplinärer Forschungsprogramme zur Erarbeitung innovativer Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung, zählen zu den massgeblichen Kriterien dieser Überprüfung. Die Überprüfung setzt bei der Struktur des ETH-Bereichs und der Zusammenarbeit innerhalb dieser Struktur an, anschliessend werden externe Partner (wie Universitäten, Fachhochschulen und Bundesämter) einbezogen.
     
  • Die laufende Teilrevision des ETH-Gesetzes wird die Governance innerhalb des ETH-Bereichs weiter verbessern und dabei die Besonderheiten im Zusammenhang mit der Leitung von Bildungs- und Forschungsinstitutionen sowie mit der Aufsicht darüber gebührend berücksichtigen.
     
  • Die globale Wettbewerbsfähigkeit und Positionierung des ETH-Bereichs hängen wesentlich von seiner internationalen Offenheit und multilateralen Zusammenarbeit ab. Der Zugang zu internationalen Netzwerken und die Beteiligung an internationalen Forschungsrahmenprogrammen (namentlich Horizon Europe) sind von grösster Bedeutung für den Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, die Entwicklung des schweizerischen akademischen Nachwuchses und die Fähigkeit der Schweiz, mit gesellschaftlichen Herausforderungen umzugehen.
     
  • Die Institutionen des ETH-Bereichs werden ihr Weiterbildungsangebot stärken und ausbauen. Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Zusammenhang den digitalen Kompetenzen der früheren Absolventinnen und Absolventen der ETH Zürich und der EPFL sowie von Personen mit unterschiedlichem Bildungshintergrund, um sie mit den Fähigkeiten auszustatten, die sie in ihren heutigen Führungspositionen für den Umgang mit den digitalen Herausforderungen benötigen.
     
  • Mitarbeitende sind ein Schlüsselfaktor für die erfolgreiche zukünftige Entwicklung des ETH-Bereichs. Der ETH-Rat unterstreicht die Bedeutung eines hohen Führungs- und Managementstandards; er wird sicherstellen, dass in sämtlichen Institutionen des ETH-Bereichs angemessene Prozesse eingeführt sind.
     
  • Reserven zählen zu den erfolgskritischen Faktoren: Jede Institution des ETH-Bereichs wird ihre Reserven zur Förderung der eigenen strategischen Entwicklung und zur Erschliessung neuer wissenschaftlicher Forschungsgebiete und Initiativen bewirtschaften.
     
  • Der Kommunikation mit der Öffentlichkeit und den einzelnen Anspruchsgruppen kommt eine zentrale Bedeutung zu. Der ETH-Rat hat die Notwendigkeit erkannt, dass die Kommunikation des ETH-Bereichs einer Erweiterung bedarf mit Betonung der Wirkungen der Forschungsarbeiten der einzelnen Institutionen, ihres Engagements im Dienste der Gesellschaft und ihrer Beiträge zur Gestaltung der Transformationsprozesse in der Gesellschaft.

Die Empfehlungen aus der Zwischenevaluation 2019 identifizieren oder bestätigen bedeutende strategische Handlungsfelder und helfen, die Prozesse zur Umsetzung entsprechender und angemessener Massnahmen zu beschleunigen. Die Festlegung und Umsetzung dieser Massnahmen auf Stufe des ETH-Bereichs und der einzelnen Institutionen erfordert den gemeinsamen Einsatz des ETH-Rats und der Institutionen sowie einen entsprechenden Zeitrahmen. Der ETH-Rat ist überzeugt, dass die Umsetzung der dargestellten Massnahmen den ETH-Bereich darin unterstützen wird, zukünftige Herausforderungen kompetent anzugehen.