Bundesrat, 20. März 2020

Der Bundesrat hat am 20. März 2020 die Berichte über die Erreichung der strategischen Ziele für den ETH-Bereich im Jahr 2019 gutgeheissen und den Geschäftsbericht des ETH-Rats genehmigt. Der ETH-Bereich ist bei der Erfüllung der strategischen Ziele 2017-2020 weiterhin gut unterwegs. Im Berichtsjahr bestätigten unter anderem die Klassierungen der ETH Zürich und der EPFL in den wichtigsten internationalen Hochschulrankings und das erfolgreiche Einwerben von kompetitiven Drittmitteln das hervorragende wissenschaftliche Niveau des ETH-Bereichs.

Auch 2019 war der ETH-Bereich bei der Umsetzung der strategischen Ziele 2017-2020 weiterhin gut auf Kurs. Die Ziele in den Kerngebieten Lehre, Forschung und Wissens- und Technologietransfer wurden erfüllt. Mit einem Wachstum von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr setzte sich der Trend zunehmender Studierendenzahlen an der ETH Zürich und EPFL fort; die beiden Bundeshochschulen wiesen 2019 rund 33 600 Studierende und Doktorierende aus. Dabei fand das stärkste Wachstum wie bereits im Vorjahr im Bereich Informatik und Kommunikationstechnologie statt (+10,5%).

International vergleichende Rankings belegen wiederholt die hervorragende Forschung des ETH-Bereichs. Auch haben Forschende des ETH-Bereichs im Berichtsjahr zahlreiche wichtige Auszeichnungen und Forschungsstipendien gewonnen. So konnten im letzten Jahr beispielsweise 46 hochdotierte Stipendien des europäischen Forschungsrats (ERC-Grants), die international mit grosser wissenschaftlicher Anerkennung verbunden sind, eingeworben werden.

Die Institutionen des ETH-Bereichs spielen eine wichtige Rolle innerhalb der Forschungslandschaft Schweiz. Bei drei der sechs Ende 2019 vom Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung neu bewilligten Nationalen Forschungsschwerpunkten sind sie federführend oder co-federführend. Sie leisten auch einen substanziellen Beitrag zur Stärkung des gesamten Forschungsplatzes Schweiz, etwa mit der Bereitstellung kostenintensiver Forschungsinfrastrukturen namentlich am Paul Scherrer Institut oder mit dem Betrieb der Kompetenzzentren für Energieforschung.

Die Institutionen des ETH-Bereichs sind dank zahlreicher Kooperationen mit anderen Schweizer Hochschulen eng in die nationale Hochschullandschaft eingebettet. Die beiden ETH haben auch 2019 ihre Kooperationen mit medizinischen Fakultäten und Universitätsspitälern etwa mit der Beteiligung an gemeinsamen Projekten weiter intensiviert. Darüber hinaus sind die Institutionen des ETH-Bereichs zentrale Akteure des Wissens- und Technologietransfers und tragen entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Schweiz bei. 2019 wurden im ETH-Bereich eine neue Rekordzahl von 59 Spin-offs gegründet. Zudem wurden 570 neue Zusammenarbeitsverträge mit der Privatwirtschaft abgeschlossen.

Die Institutionen des ETH-Bereichs sind attraktive Arbeitgeberinnen für talentierte einheimische und internationale Forschende. Trotz anerkennenswerter Bestrebungen, den Frauenanteil auf allen Stufen zu erhöhen, verbleibt dieser allerdings immer noch tief. Der Bundesrat begrüsst demgegenüber die bereits eingeführten Massnahmen zur Stärkung von Führungskompetenzen aller Mitarbeitenden mit Führungs- und Betreuungsaufgaben und erwartet, dass der ETH-Bereich aktiv gegen Missstände vorgeht sowie die diesbezüglich getroffenen Massnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüft.

Der ETH-Bereich umfasst die Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich (ETH Zürich) und in Lausanne (EPFL) sowie die vier Forschungsanstalten Paul Scherrer Institut (PSI), Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und Eidgenössische Forschungsanstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag). Der ETH-Rat ist das Strategie- und Aufsichtsorgan des Bereichs. Der Bundesrat führt den ETH-Bereich entsprechend den Grundsätzen zur Steuerung verselbständigter Einheiten des Bundes seit 2017 über strategische Ziele und erstattet der Bundesversammlung jährlich Bericht über deren Erreichung.

Der Bund ist die wichtigste Finanzierungsquelle des ETH-Bereichs. 2019 deckten seine Trägerfinanzierung 72 Prozent des Ertrags und im wissenschaftlichen Wettbewerb erworbene Forschungsbeiträge sowie die Ressortforschung des Bundes zusätzliche 15 Prozent.