Bundesrat, 04. Juni 2021

Der Bundesrat hat am 4. Juni 2021 Beate Jessel zur neuen Direktorin der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) gewählt. Sie tritt ihr Amt am 1. September 2021 an. Die 59-Jährige arbeitet zurzeit als Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn. 

Prof. Dr. Beate Jessel tritt die Nachfolge von Konrad Steffen an, der im August 2020 in Grönland tödlich verunglückt ist. Prof. Dr. Beate Jessel hat an der Technischen Universität München Landespflege studiert und dort auch promoviert. Von 1999 bis 2006 hatte sie die Professur für Landschaftsplanung am Institut für Geoökologie der Universität Potsdam inne, ab 2006 den Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung an der Technischen Universität München. 2007 wurde sie zur Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn ernannt. 

Frau Jessel wurde auf Antrag des ETH-Rates gewählt, wie dies im ETH-Gesetz vorgegeben ist. Im Rahmen der internationalen Ausschreibung des ETH-Rates waren für die Nachfolge von Steffen 30 Bewerbungen eingegangen, sechs davon von Frauen. Eine Kommission unter Leitung des Präsidenten des ETH-Rats, Michael Hengartner, leitete das mehrstufige Wahlantragsverfahren. 

Jessels Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Landschaftsentwicklung, Landschaftsmanagement und Naturschutz. Schwerpunktmässig befasst sie sich mit Verfahren und Methoden ökologisch orientierter Planungen, den Auswirkungen neuer Technologien und Landnutzungsformen auf Kulturlandschaften sowie auf Naturschutzstrategien, das Management von Flusseinzugsgebieten und auf Landschaftsästhetik. Mit ihrer Funktion als Direktorin der WSL ist eine Professur an der ETH Zürich und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) verbunden.

Die Forschenden der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL untersuchen Veränderungen der Umwelt sowie die Nutzung und den Schutz von natürlichen Lebensräumen und Kulturlandschaften. Sie überwachen Zustand und Entwicklung von Landschaft, Wald, Biodiversität, Naturgefahren sowie Schnee und Eis. 

Die WSL nimmt in diesen Forschungsgebieten einen internationalen Spitzenplatz ein und liefert Grundlagen für nachhaltige Lösungen im Umweltbereich. Die WSL beschäftigt mehr als 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Birmensdorf, Davos (WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF), Cadenazzo, Lausanne und Sitten. Sie ist ein Forschungszentrum des Bundes und gehört zum ETH-Bereich.