Dr. Fritz Schiesser (Foto: Elisabeth Real)

Die ETH Zürich fliegt auf den Mars, die EPFL bringt Gelähmte wieder auf die Beine und die Empa untersucht den Brückeneinsturz von Genua. Dies ist nur eine kleine Auswahl aus Tausenden von Medienberichten des vergangenen Jahres, welche die Kompetenzen und die Vielfältigkeit des ETH-Bereichs aufzeigen. Jahr für Jahr belegen Rankings und Studien die hohe Qualität von Lehre und Forschung sowie Wissens- und Technologietransfer der Institutionen des ETH-Bereichs. Eine Analyse der Qualität von Patenten beispielsweise zeigt, dass ein Drittel der untersuchten Patente aus dem ETH-Bereich zur Weltklasse gehört. Damit nimmt dieser weltweit den dritten Rang ein, im nationalen Kontext sogar den Spitzenplatz. Diese Erfolge sind nur möglich, weil die Rahmenbedingungen in unserem Land ausgezeichnet sind. Politik, Wirtschaft und die Bevölkerung der Schweiz sorgen gemeinsam dafür, dass der ETH-Bereich solide finanziert ist, über genügend Autonomie verfügt und die Schweiz ein offenes Land bleibt.

Spitzenforschung ist, ebenso wie Spitzenfussball, international. Beide sind sowohl auf einheimische als auch auf ausländische Talente angewiesen, um zu den Besten zu gehören. Ohne die Studierenden und Mitarbeitenden aus dem Ausland und ohne die Möglichkeit, international zusammenzuarbeiten, wäre der ETH-Bereich nicht dort, wo er heute ist. Der ETH-Bereich ist stolz auf die vielen Spin-offs, die hier jährlich gegründet werden und Innovationen und Arbeitsplätze schaffen. Mehr als die Hälfte der Gründerinnen und Gründer stammt aus dem Ausland. Und zwei Drittel der Professorinnen und Professoren, die unseren Nachwuchs ausbilden, Projekte mit der Wirtschaft vorantreiben und neue Erkenntnisse in Medizin, Nanotechnologie oder Energie hervorbringen, haben keinen Schweizer Pass. Der Grossteil der Forschung basiert auf internationaler Zusammenarbeit. Diese zu unterbinden, hat negative Konsequenzen. Durch den vorübergehenden Ausschluss aus Horizon 2020 waren Schweizer Forschungsinstitutionen an deutlich weniger EU-Projekten beteiligt, erhielten weniger Mittel und konnten weniger Projekte koordinieren.

Auch in Zukunft stehen Entscheide zum Verhältnis der Schweiz zu Europa und über die Forschungsfreiheit sowie Debatten über das Budget an. Politik, Wirtschaft und die Schweizer Bevölkerung sind somit gefordert, die guten Rahmenbedingungen immer wieder von Neuem zu verteidigen. Der ETH-Bereich wird seinerseits weiterhin alles daran setzen, seine Kompetenzen zum grösstmöglichen Nutzen unseres Landes einzusetzen sowie weltweit Mitverantwortung zu übernehmen für die Bewältigung drängender gesellschaftlicher Herausforderungen.

Bern/Zürich, im Februar 2019

Dr. Fritz Schiesser
Präsident des ETH-Rats