Beth Krasna, Präsidentin a.i. von Mai 2019-Januar 2020

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

«Klimajugend». Das ist in der Deutschschweiz das Wort des Jahres 2019. In der Westschweiz ist es «vague verte», in der italienischsprachigen Schweiz «onda verde». Sie beziehen sich alle auf die gleichen Themen: den Klimawandel und die Nachhaltigkeit. Themen, in denen der ETH-Bereich stark ist. So befassen sich beispielsweise mehr als die Hälfte der 350 Labors an der EPFL mit den Sustainable Development Goals der UNO. Die ETH Zürich ist mit ihren Kompetenzzentren zu Ernährung, Klimawandel oder Städtebau weltweit führend in Lehre und Forschung zur nachhaltigen Entwicklung. Die Forschungsanstalten des ETH-Bereichs leisten wesentliche Beiträge zum nachhaltigen Umbau des Schweizer Energiesystems. Im Umweltbereich sind sie zentral für praxisorientierte Forschung und Wissensvermittlung.

Auch beim Bauen und beim Betrieb nimmt der ETH-Bereich eine Vorbildfunktion ein. Er hat die Umweltbelastung in den letzten Jahren weiter gesenkt und die Energieeffizienz gegenüber 2006 um mehr als einen Drittel gesteigert.

Die beiden ETH haben 2019 in den meisten relevanten internationalen Hochschulrankings Plätze gutgemacht oder die sehr guten Rangierungen halten können. Sie gehören nach wie vor zu den besten Hochschulen der Welt. Auch die alle vier Jahre stattfindende externe Evaluation des ETH-Bereichs betonte die aussergewöhnliche Qualität der beiden Hochschulen und der vier Forschungsanstalten. 2019 konnte zudem im ETH-Bereich ein Jubiläum gefeiert werden: Die EPFL wurde 50 Jahre alt. Aus der ehemaligen Ecole polytechnique de l’Université de Lausanne ist eine Hochschule von Weltformat geworden, die stark dazu beigetragen hat, dass die Westschweiz zu einer dynamischen Region wurde.

Die beiden ETH und die vier Forschungsanstalten wollen gemeinsam Lösungen für die vielfältigen Herausforderungen unserer Gesellschaft finden. Die Auswirkungen des Klimawandels stehen dabei an erster Stelle. Der ETH-Rat möchte deshalb die Forschung im ETH-Bereich gezielter darauf ausrichten. Er fällte im September 2019 den strategischen Grundsatzentscheid, eine Forschungsanstalt für Umwelt und Nachhaltigkeit zu gründen und die Kräfte der WSL und der Eawag mittelfristig darin zu bündeln. Der ETH-Rat ist davon überzeugt, dass dadurch die wissenschaftliche Kompetenz, die Zusammenarbeit innerhalb und ausserhalb des ETH-Bereichs sowie der rasche Transfer von Wissen weiter gestärkt werden. Zudem wird die neue Forschungsanstalt helfen, den ETH-Bereich auch in Zukunft stark zu positionieren und im internationalen Wettbewerb zu bestehen – zugunsten der Schweizer Wirtschaft und Gesellschaft.

Bern/Zürich, im Januar2020

Beth Krasna
Präsident  a.i. des ETH-Rats

 

Beth Krasna war von Mai 2019 bis Januar 2020, nachdem der vorhergehende Präsident Fritz Schiesser mit Erreichung des Pensionsalters das Amt per Ende April abgegeben hatte. Im Februar 2020 übernahm Michael O. Hengartner.