01. Oktober 2016

Ein Generationenprojekt zur Stärkung des Forschungs- und Innovationsstandorts Schweiz

Darum geht es dem ETH-Rat:

1. Innovationspark stärkt Schweiz nachhaltig
Spitzenforschung und Innovation sind entscheidende Erfolgsfaktoren für die Schweiz. Mit dem Schweizerischen Innovationspark kann die Innovationskraft des Landes nachhaltig gestärkt werden. Der ETH-Bereich will zu dessen Erfolg einen wesentlichen Beitrag leisten.

2. Fokus auf Vernetzung und Infrastruktur

Der Schweizerische Innovationspark ist eine wichtige Ergänzung und Weiterentwicklung der Innovationsanstrengungen von Hochschulen, Forschungsanstalten und Privatwirtschaft. Dabei sind bestehende und erfolgreiche Strukturen der Innovationsförderung zu berücksichtigen. Ein Schwerpunkt ist auf die Bereitstellung von Kompetenzen und Infrastruktur sowie auf eine enge Vernetzung von Innovationsstandorten und -akteuren zu legen.

3. ETH-Bereich in Schlüsselrolle
Die ETH Zürich und die EPFL sowie die Forschungsanstalten PSI, WSL, Empa und Eawag verfügen über eine ausgewiesene Forschungs- und Innovationskompetenz in den Exzellenzbereichen der Schweizer Wirtschaft. Sie sind national und regional bestens verankert, geniessen weltweit ein sehr hohes Ansehen und haben eine Schlüsselrolle beim Innovationspark.

Ein Innovationsnetzwerk für die Schweiz

Hervorragende Leistungen in Forschung und Innovation sind entscheidende Erfolgsfaktoren für den Wirtschaftsstandort Schweiz und von übergeordnetem nationalem Interesse. Bundesrat und Parlament haben deshalb die Idee eines Schweizerischen Innovationsparks lanciert. Dieser soll ein nationales Netzwerk mit verschiedenen Innovationsstandorten bilden und die Wettbewerbsfähigkeit, Ressourceneffizienz und nachhaltige Entwicklung vorantreiben. Dabei soll er das bereits bestehende und bewährte nationale Innovations­system und seine verschiedenen regionalen Teilsysteme ergänzen und weiter stärken.

Schwerpunktzentren industrieller Forschung und Entwicklung

Der Schweizerische Innovationspark «Switzerland Innovation» ist ein Generationenprojekt zur langfristigen Stärkung der Schweiz im internationalen Standortwettbewerb. Er wird gemeinsam von Bund, Kantonen, Wissenschaft und Wirtschaft getragen. Federführung und Verantwortung für die einzelnen Standorte werden an Trägerorganisationen delegiert. Für Unternehmen und Forschende in der Schweiz sollen möglichst innovationsfreundliche Rahmenbedingungen geschaffen und Wissenschaft und Wirtschaft noch besser miteinander vernetzt werden. Weiter will Switzerland Innovation Forschungs- und Entwicklungseinheiten von international anerkannten, forschungsintensiven und besonders leistungsfähigen Firmen aus dem In- und Ausland ansiedeln. Zu diesem Zweck sind fünf Standorte bezeichnet worden (Park Basel Area, Park Innovaare, Park Zürich, Park Network West EPFL und Park Biel/Bienne). An diesen Standorten sollen die Infrastruktur ausgebaut und die Kräfte gebündelt werden zu Schwerpunktzentren industrieller Forschung und Entwicklung.

ETH-Bereich als Innovations-Leader

Der ETH-Bereich ist mit seinen sechs Institutionen bereits heute ein etabliertes Innovationsnetzwerk, dessen Aktivitäten und Bedeutung weit über die Grenzen der Schweiz hinausreichen. Die beiden Hochschulen und vier Forschungsanstalten verfügen über eine breite fachliche Ausrichtung und eine ausserordentliche Forschungs- und Innovationskompetenz, namentlich in den Exzellenzbereichen der Schweizer Wirtschaft. Sie sind Innovationstreiber, national und regional bestens verankert und geniessen weltweit ein sehr hohes
Ansehen. Gemeinsam mit den kantonalen Universitäten und Fachhochschulen sowie Partnern aus der Wirtschaft setzen sie Innovationen rasch in die Praxis um. Der ETH-Bereich hat deshalb im Schweizerischen Innovationspark eine Schlüsselrolle und trägt wesentlich zur Attraktivität der Standorte bei.

Institutionen des ETH-Bereichs in verschiedenen Rollen

Switzerland Innovation setzt sich heute aus fünf rechtlich selbständigen Standorten zusammen, die miteinander vernetzt und aufgrund ihrer jeweiligen strategischen und inhaltlichen Ausrichtung untereinander komplementär sind. Hinsichtlich Organisation und Aufbau der Standorte unterscheiden sichdie Westschweiz und die Deutschschweiz. Während sich in der Westschweiz die Kantone zum Park Network West EPFL zusammengeschlossen haben, existieren in der Deutschschweiz vier eigenständige Standorte. Beide Modelle basieren jedoch auf der Überzeugung, dass Switzerland Innovation nur als Netzwerk erfolgreich funktionieren kann.

Der Park Zürich wird durch eine Stiftung im Auftrag der Zürcher Volkswirtschaftsdirektion geleitet. Das vorgesehene Areal Dübendorf ist Teil des Konzepts der urbanen Entwicklung im Raum Zürich. ETH Zürich und Empa werden sich themenorientiert und im Rahmen konkreter Projekte beteiligen.

Der Park Network West EPFL ist ein Zusammenschluss der Kantone Waadt, Genf, Wallis, Neuenburg und Freiburg mit der EPFL an fünf Standorten. Die EPFL ist akademischer Partner und baut für jeden Teil des Netzwerks vor Ort eine wissenschaftliche Zusammenarbeit auf, jedoch ohne eigene finanzielle Beteiligung. Dies im Unterschied zu den eigenen Aussenstandorten (EPFL-Antennen) und dem bereits bestehenden Innovationspark auf ihrem Campus in Lausanne.

Beteiligung und Rollen der Institutionen des ETH-Bereichs bei den weiteren Standorten sind flexibel ausgestaltet und variieren. Sie gehen von einer losen Kooperation von einzelnen Instituten und Professuren bis zu zentralen Beiträgen für einen Standort.

Eigenständige Governance

Für den ETH-Bereich sind auch im Zusammenhang mit Switzerland Innovation das ETH-Gesetz und dessen Ausführungsbestimmungen massgebend. Alle institutionellen Aspekte des Innovationsparks, insbesondere die Stiftung als nationale Trägerschaft sowie die Verträge zwischen Stiftung und Standorten, sind subsidiär und komplementär. Sind durch Verträge oder weitere Vereinbarungen Immobilien des Bundes betroffen oder ist die Unterbringung von Institutionen des ETH-Bereichs in Objekten Dritter vorgesehen, gelten die Kompetenz- und Genehmigungsregelungen der Verordnung über das Immobilienmanagement und die Logistik des Bundes (VILB).

Die Institutionen des ETH-Bereichs wirken beim Innova­tionspark im Rahmen ihrer vorhandenen ordentlichen Ressourcen mit. Es stehen keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung. Institutionen des ETH-Bereichs werden in den Vereinbarungen, die sie mit den Kantonen und weiteren Partnern abschliessen, auf eine klare zeitliche Begrenzung achten und keine oder nur geringe finanzielle Verpflichtungen eingehen. Sie streben vielmehr inhaltliche und wissenschaftliche Kooperationen an und können und wollen so in erster Linie mit ihrer Expertise und ihren Leistungen in Forschung und Lehre zum nachhaltigen Erfolg von Switzerland Innovation beitragen.

Aktive Mitarbeit des ETH-Bereichs in der nationalen Trägerschaft

Die nationale Trägerschaft, die Stiftung Switzerland Innovation, unterstützt die internationale Positionierung und Vermarktung der einzelnen Standorte und ergänzt damit deren Akquisitionstätigkeiten. Weiter unterstützt die Stiftung die Standorte mit Finanzierungslösungen. Zudem koordiniert und vernetzt sie die fünf Standorte, stellt eine effiziente
Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Akteuren sicher und gewährleistet eine kohärente Dachmarke sowie die Einhaltung einheitlicher Qualitätsstandards.

Der ETH-Bereich ist aktiv an der weiteren Konzipierung und Umsetzung der Strategie von Switzerland Innovation beteiligt. Er ist deshalb auch in der nationalen Trägerschaft prominent vertreten: im Stiftungsrat durch den Präsidenten des ETH-Rats, den Präsidenten der ETH Zürich, die Vizepräsidentin der EPFL und den Direktor des PSI. Aufgrund seiner breit abgestützten nationalen Präsenz wird der ETH-Bereich im Rahmen von Switzerland Innovation wesentlich zur Vernetzung und Zusammenarbeit beitragen.