Die Forderung nach nachhaltiger Energie ist unbestritten. Ein neues Instrument des PSI misst die Nachhaltigkeit verschiedener Energiesysteme nach ausgewählten Kriterien.

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Entscheidungsträger sind gefordert, den relativen Nutzen der verschiedenen Energieversorgungssysteme anhand von Nachhaltigkeitskriterien zu bestimmen. Gemeinsam mit europäischen Forschungspartnern entwickelte das PSI neue Methoden zum systematischen Vergleich verschiedener Optionen. Mit der so genannten Multi-Kriterien-Analyse (MCDA) können die ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Indikatoren mit subjektiven Wertvorstellungen kombiniert werden.

Ausgefeilte Methoden

Mit einer Befragung von Interessensvertretungen in Europa wurde zunächst ein komplettes Spektrum technologiespezifischer Bewertungskriterien und Indikatoren erarbeitet. Mithilfe ausgefeilter Methoden wie Life Cycle Assessment und probabilistischen Risikoanalysen wurden 36 Indikatoren für 26 zukunftsorientierte Stromversorgungstechnologien mit den entsprechenden Brennstoffzyklen für Frankreich, Deutschland, Italien und die Schweiz quantifiziert. Verbesserungen werden für alle berücksichtigten Technologien erwartet, vor allem jedoch für die ökonomische Leistung der erneuerbaren Energien, insbesondere der Solarenergie. Mithilfe eines webbasierten MCDA-Instruments mit den quantitativen Indikatoren konnten die Interessensvertretungen Präferenzprofile erstellen und diese in Bezug auf das Ranking künftiger Technologien untersuchen. Daraus liessen sich gewisse Muster ableiten.

Fundierte Informationen für Entscheidungsträger

Die Forschung zeigt, dass es keine optimale Stromversorgung gibt. Dominieren wirtschaftliche Motive, schneiden erneuerbare Energien derzeit meist schlechter ab. Stehen jedoch Klima, Umwelt und Gesundheit im Vordergrund, liefern Erdgas und vor allem Steinkohle das schlechteste Ergebnis. Liegt die Gewichtung auf der grössten gesellschaftlichen Akzeptanz, bilden Kernenergie und andere grosse Wärmekraftanlagen das Schlusslicht. Für eine nachhaltige Energieversorgung der Zukunft muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Langzeitpotenzialen verschiedener Technologien sowie den ökonomischen, gesellschaftlichen und ökologischen Präferenzen herrschen. Die MCDA liefert konkrete Messungen, die die Entscheidungsträger brauchen, um die künftigen Prioritäten bei der Energieversorgung einzuschätzen – durch eine transparente Kombination faktenbasierter Indikatoren mit den subjektiven Wertvorstellungen der Interessensvertretungen.