Das Departement Architektur der ETH Zürich entwickelt in seinem Programm „Urban Laboratory – Addis Ababa“ praxistaugliche Entwicklungswege für die rasant wachsende äthiopische Hauptstadt. Die Erkenntnisse sind auch auf andere Metropolen übertragbar.

Urban Laboratory – Addis Ababa. Illustration: ETH Zürich

Das „Urban Laboratory – Addis Ababa“ ist eine mehrjährige Forschungsinitiative des Departements Architektur der ETH Zürich (D-ARCH) und weiterer Partner, die dazu beitragen soll, den Nord-Süd Dialog zu fördern. Ziel ist, Wege aufzuzeigen, wie die Stadt und mit ihr das ganze Land das prognostizierte rasante Bevölkerungswachstum ökologisch, sozial und ökonomisch bewältigen können. Die Forschenden gehen davon aus, dass die äthiopische Bevölkerung in den nächsten 15 Jahren von zurzeit 78 auf rund 120 Millionen zunehmen wird. Da sich die ländlichen Gebiete gleichzeitig entvölkern, ist das Wachstum auf die bereits heute aus allen Nähten platzende Hauptstadt und ihr Umland konzentriert.

Ideale Lösung existiert in der Praxis nicht

Die Forschungsinitiative fokussiert auf die Themen Bevölkerung, Wasser, Raum, Bauten/Material, Kapital, Information sowie Energie. Im Vordergrund steht dabei nicht das statische Heute sondern die Stadt als dynamisches System und ihre Entwicklung vom 19. Jahrhundert bis in die ungewissen Zonen der kommenden Jahrzehnte. Eine Prämisse der Forschenden ist, dass eine ideale Lösung für Addis Ababa nicht existiert. Zu heterogen ist die Stadt, zu unübersichtlich, zu dynamisch. Vor diesem Hintergrund setzt das Urban Laboratory die Methode des Entwurfs ein, um Entwicklungsszenarien aufzuzeigen und zu untersuchen, wie die enormen ökologischen, sozialen, kulturellen, ressourcenbezogenen und technischen Hindernisse zu bewältigen sind.

Knowhow vor Ort einbringen

Eine direkte Folge der Initiative des D-ARCH ist das neue „Ethiopian Institute of Architecture, Building Construction and City Development“, das Mitte Oktober 2009 an der Universität von Addis Ababa seine Tätigkeit aufnahm. Die Institutsleitung liegt während der Startphase in den Händen eines Fachmanns des D-ARCH.

Über Addis Ababa und Äthiopien hinaus zeigt die Forschungsinitiative allgemeingültige Ansätze auf, mit denen sich Perspektiven für die immer stärker wachsenden urbanen Territorien des 21. Jahrhunderts entwickeln lassen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Nachhaltigkeit und damit auch die Lebensqualität der Bevölkerung dieser Zentren.