Holz als heimische Ressource stärker nutzen: Auf die Empa- Initiative folgt nun ein hoch dotiertes Nationales Forschungsprogramm.

Foto: Schweizerischer Nationalfonds

Die Nutzungsmöglichkeiten im Schweizer Wald werden nicht vollständig ausgeschöpft. Dies ist aus wirtschaftlicher und teilweise auch aus naturschützerischer Sicht unerwünscht. Um den Schweizer Wald als Rohstofflieferanten deutlich nachhaltiger zu nutzen, begann 2008 auf Initiative der Empa ein breit abgestützter Verbund aus fast allen Institutionen des ETH-Bereichs, kantonalen Universitäten und Fachhochschulen, Bundesämtern, Branchenverbänden der Wald- und Holzwirtschaft sowie privatwirtschaftlichen Unternehmen, die Forschungsinitiative «Wood Fibre 2020» zu erarbeiten. Deren Ziel war es, Kräfte der Schweizer Holzszene zu bündeln, um das Management der Ressource Holz über deren gesamten Lebenszyklus zu optimieren – von der Bereitstellung und Nutzung bis zu Recycling, Wiederverwertung und Entsorgung.

Im Februar 2010 rief der Bundesrat das Nationale Forschungsprogramm Strategien und Technologien zur wertoptimierten Nutzung der Ressource Holz (NFP 66) ins Leben, das weitgehend auf den Vorschlägen von «Wood Fibre 2020» beruht. Mit 18 Mio. CHF über fünf Jahre ist das NFP 66 eines der höchstdotierten Nationalen Forschungsprogramme. Im Zentrum stehen die Optimierung der Wertschöpfungskette Wald – Holz – Chemie – Energie, unter anderem unter Einbezug des an der WSL entwickelten Forstinformationssystems, sowie eine Ablösung der allgegenwärtigen Petrochemie durch die Lignochemie (von lat. lignum für Holz). Um sicherzustellen, dass das erarbeitete Wissen auch möglichst bald den Weg in die Praxis findet, arbeitet das NFP 66 direkt mit der Kommission für Technologie und Innovation zusammen; Firmen, insbesondere KMU, sowie Branchenverbände sollen von Anfang an in die Forschungsprojekte einbezogen werden und so einen effizienten Wissens- und Technologietransfer gewährleisten. Derzeit wird der Ausführungsplan des NFP 66 ausgearbeitet, Projektskizzen können voraussichtlich ab Frühjahr 2011 eingegeben werden.

Eigenschaften des Werkstoffs Holz verbessern

Parallel zum NFP 66 – und der Strategie von «Wood Fibre 2020» folgend – ist die Empa derzeit daran, eine gemeinsame Professur mit der ETH Zürich für Physik und Zuverlässigkeit von Holz und Holzprodukten zu besetzen: Die physikalischen Holzeigenschaften und die Materialeigenschaften des Werkstoffs Holz sollen detailliert analysiert und durch bestimmte Modifikationen – etwa den Einsatz von Nanopartikeln und anderen Additiven – verbessert werden.