21. März 2017

Die Schweiz ist mit der ETH Zürich und dem CSCS von Anfang an Mitglied des Partnership for Advanced Computing in Europe (PRACE). In PRACE 2 ist sie mit dem leistungsstärksten Supercomputer Europas «Piz Daint» neu auch als Hosting Member vertreten.

Seit der Gründung des Partnership for Advanced Computing in Europe (PRACE) ist die Schweiz in PRACE durch die ETH Zürich mit dem ihr angegliederten Nationalen Hochleistungsrechenzentrum (CSCS) aktiv vertreten. Nach rund sieben Jahren hat sich PRACE mit 24 Mitgliedsstaaten als führende pan-europäische Kollaboration im High Performance Computing (HPC) etabliert. Sie bietet ihren Benutzern aus Forschung und Industrie kostenlosen Zugang zu neuster Supercomputer-Infrastruktur und unterstützt sie umfassend und kompetent in allen Belangen des HPC. Am 25. Treffen des PRACE Council, Anfang März, wurde PRACE 2 ratifiziert. In der zweiten Phase von PRACE, die von 2017 bis 2020 geplant ist, ist die Schweiz nun neu als Hosting Member vertreten.

Optimale Nutzung der europäischen Hochleistungsrechner

Als Hosting Member stellt die Schweiz den am CSCS betriebenen Supercomputer «Piz Daint» nun auch für die Spitzenforschung in PRACE zur Verfügung. Weitere Hosting Member sind Spanien, Italien, Deutschland und Frankreich. Das allumfassende Ziel von PRACE ist, einen Verbund europäischer Supercomputer mit unterschiedlichen Architekturen bereitzustellen, der angetrieben durch die Wissenschaft global wettbewerbsfähig ist, heisst es in der zu PRACE 2 herausgegebene Medienmitteilung. Der Verbund beruhe auf der Stärke der europäischen Forschung, und biete high-end Rechen- und Datenanalysen-Ressourcen um Entdeckungen und Neuentwicklungen in allen Gebieten der Forschung und Industrie voranzutreiben, von der Grundlagenforschung über angewandte Forschung einschliesslich Mathematik, Computerwissenschaften, Medizin und Ingenieurswissenschaften bis hin zu digitalen Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften.

Mit Piz Daint, einer CRAY XC40/XC50, verfügt das CSCS als einziges Rechenzentrum in PRACE über ein skalierbares hybrides System aus Graphikprozessoren und herkömmlichen Prozessoren mit einer Spitzenleistung von rund 20 Petaflop. Den Weg für die Beschaffung eines Supercomputers der Petaflop-Leistungsklasse in der Schweiz wurde durch die vom ETH-Rat im Jahr 2009 lancierte Hochleistungsrechnen- und Vernetzungsstrategie (HPCN) geebnet.

Forschende der PRACE-Mitgliedsstaaten können sich nun neu um Rechenzeit auf «Piz Daint» bewerben, während Forschende in der Schweiz Rechenzeit bei anderen Hosting Members erhalten können. Bisherige Bewerbungen um Rechenzeit für Grossprojekte am CSCS, sogenannte Computationally-Intensive, High-Impact Research On Novel Outstanding Science-Projekte (CHRONOS), gehen neu nicht mehr über das CSCS sondern über PRACE. «Als Hosting-Member mit «Piz Daint» werden unsere Initiativen im Höchstleistungsrechnen international noch sichtbarer und der Zugang unserer Forscherinnen und Forscher auf andere führende Rechnerarchitekturen institutionalisiert. Davon werden alle profitieren und die Schweiz als Innovationsstandort nochmal ein Stück attraktiver», sagt Thomas Schulthess, Direktor des CSCS.

Trainingsprogramme für Benutzer

Neben modernster Supercomputer-Technologien bietet PRACE zudem ein umfangreiches Trainingsangebot für Studierende und Nachwuchswissenschaftler im Bereich des HPC. Dazu gehören beispielsweise kostenlose Workshops, Summerschools oder Online-Kurse.