Bild: Empa

Internationale Vereinbarungen zur Senkung des Treibhausgas- Ausstosses wie das Kyoto-Protokoll haben einen Nachteil: Die Beurteilung, ob die Länder ihre Reduktionsziele erreicht haben, beruht auf deren Deklarationen an die UNO. Es lässt sich deshalb kaum überprüfen, ob sie sich an die Abmachungen halten. Schadstoffanalysen der Empa – unter anderem auf dem Jungfraujoch – könnten dies ändern. Sie erlauben es, die Emissionen von mehr als 50 Treibhausgasen abzuschätzen und die Quellen mittels Computermodellen zu identifizieren. Erste Analysen wurden im August 2011 am Beispiel Trifluormethan (HFC-23) gemacht. Das Gas ist mit einer atmosphärischen Halbwertszeit von rund 270 Jahren extrem langlebig und knapp 15 000-mal klimaaktiver als CO2. Die Ergebnisse waren ernüchternd: Westeuropa emittiert rund doppelt so viel HFC-23 wie offiziell deklariert. Trauriger Spitzenreiter ist Italien, das zehn- bis zwanzigmal mehr ausstösst, als es offiziell ausweist. Aber auch die Niederlande und Grossbritannien unterschätzen ihre HFC-23-Emissionen. Frankreich und Deutschland liegen dagegen im Rahmen ihrer Angaben.